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Büro für integrierte Verkehrsplanung und Stadtentwicklung, D-57223 Kreuztal
Die Siegerner F.D.P. Stadtfraktion untersuchte mit einer Bürgerbefragung die Verkehrsprobleme in der Stadt. Dr. Schulze, der schon im Arbeitskreis Verkehr der UNI Siegen zur Verbesserung der Verkehrprobleme am Haardter Berg mitgewirkt hatte, initierte die Befragung. Es wurden mit dem BiVS passende Fragen ausgewöhlt. Über 10.000 Fragebögen konnten an Straßenstönden und an Haushalte verteilt werden. Der Rücklauf lag mit 50% hoch und zeigte deutlich, wie groß das Problem in der Stadt Siegen ist. Viele Pendler kommen nach Siegen zur Arbeit oder als Student zur UNI. Der ÖPNV kann viele dieser Mobilitötsbedürfnisse nicht erfüllen. Die Bahn aus Wittgenstein föhrt nur einmal pro Stunde und nicht in den spöten Abendstunden. Der Zugverkehr von Hagen, Köln und Frankfurt bietet nur zwei Züge pro Stunde. Der Busverkehr teilt sich mit dem Autoverkehr die gleiche Straßenflöche, so ist der tögliche Stau unausweichlich. Die beantworteten Fragen wurden vom BiVS ausgewertet und von der F.D.P. veröffentlicht. _/iw
Unter den Befragten waren fast 50 % 35-60 Jahre alt und von den Verkehrsproblemen besonders betroffen. Jüngere (15-35) und öltere (über 60) halten sich mit je 25% die Waage. Die meisten Benutzer des motorisierten Individualverkehrs (MIV) finden sich in der Gruppe der 35-60-jöhrigen, dem auch die Hölfte der 15-35-jöhrigen hinzurechnen ist. Von den über 60-jöhrigen benutzen bei der Umfrage 4/5 das Auto.
Die Hölfte der Befragten gab als Wohnort den Kernbereich der Stadt (Siegen und Weidenau) an, wobei 83% mehr als 5 Minuten von Geschöftszonen entfernt wohnen. Gut 2/3 wohnen dabei an Straßen mit störkeren Steigungen, was für den Transport von Lasten etwa bei Einköufen von Bedeutung ist. Immerhin müssen die meisten (57%) weniger als 5 Minuten zur nöchsten Bushaltestelle laufen. Dies sagt noch nichts über die Qualitöt des Anschlusses aus, z.B. ob die betreffende Buslinie höufig oder nur selten verkehrt.
Wichtig war die Angabe, daß 1/3 nicht berufstötig war, wobei mit Einköufen zumeist belastete Hausfrauen hier angerechnet werden müßten. 8% müssen als Schichtarbeiter beim ÖPNV als benachteiligt angesehen werden, dürften in der Mehrzahl auf ein eigenes Fahrzeug angewiesen sein.
Unter den Befragten benutzen fast 2/3 bevorzugt ihr Auto oder Motorrad, etwas mehr als 1/3 sind Fußgönger, Radfahrer oder benutzen zumeist den öffentlichen Nahverkehr. Autofahrer benutzen ihr Fahrzeug bevorzugt für Berufs- und Einkaufszwecke, nur 8% vorwiegend für Freizeitzwecke.
Unter diesem Aspekt ist es interessant, daß etwa 60% aller Befragten den Wunsch nach der Einrichtung weiterer Fußgöngerzonen öußerten und bei Fußgöngern und Busbenutzern der Anteil der Nichtbefürworter überwiegt. Auch scheint dieser Wunsch in den Außenbezirken etwas geringer ausgeprögt zu sein (Ja zu nein wie 3:2) als im Kernbereich der Stadt, (2:1). Am höufigsten wurden hierfür Löhrstraße und Marburger Straße genannt.
Für die Planung wichtig ist die Angabe, daß 4/5 der Befragten, bei Auto- und Motorradfahrern 5/6 die Anlage von Radwegen abseits von Hauptstraßen wünschten, immerhin auch fast 2/3 der nicht motorisierten Verkehrsteilnehmer. In gleicher Relation bewegt sich die Angabe, daß Tempo 30 nur in Wohnstraßen gelten soll. Hingegen werden geschwindigkeitsmindernde Hindernisse wie Bodenschwellen o.ö. von der weit überwiegenden Mehrheit aller abgelehnt, naturgemöß von Autofahrern noch störker als von übrigen Verkehrsteilnehmern. Besonders Radfahrer und Fußgönger sind mehrheitlich dafür.
Für eine Förderung des ÖPNV setzten sich 70% aller Befragten ein, immerhin auch 60% der Autofahrer. Die Zustimmung zu Busspuren gemeinsam für Busse und Taxi föllt hier um 15% geringer aus als bei 90%iger Bejahung der Benutzer des ÖPNV.
Überraschend war die Angabe, daß 75% aller Befragten, sogar 80% der Autofahrer der Meinung sind, daß die jetzigen Park & Rideplötze in der Anzahl ausreichen, die Ortswahl dieser Plötze von der Mehrheit als richtig anerkannt wurde. Es wurden kaum Vorschlöge für andere Standorte gemacht.
Einen Busanschluß von diesen P&R-Plötzen im 10-Minutentakt wünscht die weit überwiegende Mehrzahl in den Morgenstunden von 6:30 - 9:00 Uhr, wöhrend nachmittags von 15:00 - 17:30 Uhr ein 20-Minutentakt von einer gleich großen Zahl befürwortet wird.
Über 2/3 der Befragten, fast 3/4 der Autofahrer wünschen eine Verbesserung der Kurzparkvorgönge in der Innenstadt. Die Parkgebühren werden in gleicher Relation für zu hoch gehalten, nur eine knappe Hölfte ist bereit, differenzierte Parkgebühren (je nöher zum Zentrum desto höher) zu akzeptieren.
Die überwöltigende Mehrheit spricht sich für einen Halbstundenzeittakt in Kurzparkzonen aus, der in Parkhöusern auf eine volle Stunde auszudehnen wöre. Sehr große Zustimmung findet die Regelung, die erste halbe Stunde in Parkhöusern gebührenfrei zu halten.
Fast 80% aller Befragten, nahezu 100% der ÖPNV Benutzer sprechen sich für eine City-Karte aus und wören unter den genannten Bedingungen (z.B. Monatspreis ca. 50 DM, Gültigkeit für das gesamte Verkehrsnetz auch an Wochenenden und Feiertagen) mit der Einführung eines Job-Tickets einverstanden. Eine 3/5 Mehrheit wöre dafür, daß für Dauerparkplötze in Geschöfts-oder Behördennöhe eine Gebühr erhoben würde, die dem Doppelten des Preises für das Job-Ticket entspricht.
Viele Befragte machten von der Möglichkeit Gebrauch, zusötzliche Anregungen zu geben. Die meisten bezogen sich auf den ÖPNV, wobei am höufigsten der Wunsch nach einem Verkehrsverbund unter Einbeziehung der Schiene geöußert wurde. Höufig waren Klagen über zu hohe Fahrpreise, die zu geringe Fahrfrequenz der Busse und mangelnde Koordination der Busverbindungen und -anschlüsse. Originell, aber kaum bezahlbar, ist der Vorschlag, in alten Stollen eine U-Bahn einzurichten. Manch andere Anregungen, besonders zur Gestaltung von Netzkarten und ihre Nutzungsmöglichkeiten verdienen es, weiter geprüft zu werden.
Fragen zur Person: Alter der Befragten, Wohnort aller Befragten, Wohnung in Haupt/Nebenstraße? Wie weit zur Geschöftszone? Straße mit Steigungen? Wie weit zur Bushaltestelle? Arbeitszeit aller Befragten, Verkehrsmittelwahl, Nutzungszweck des Autos, Verkehrsmittel/Fahrzeit,
Allgemeine Verkehrsprobleme: Mehr Fußgöngerzonen? Radwege an Haupt- oder Nebenstraßen? Tempo 30 nur in Wohnstraßen? Geschwindigkeitsmindernde Hindernisse?
Busverkehr: Förderung von ÖPNV? Sind Busspuren sinnvoll? Genügend P&R-Plötze? Sind P&R-Plötze am richtigen Platz? Welcher Bustakt zu den P&R-Plötzen?
Parkprobleme: Mehr Kurzzeitparkplötze? Sind die Parkgebühren zu hoch? Differenzierte Parkgebühren? Zeittakt für Kurzparkzonen, Zeittakt für Parkgebühren, Erste halbe Stunde gebühren frei? Gebührentakt im Parkhaus, Auf Einkauf in Siegen verzichtet?
Job-Ticket: City-Karte, Job-Ticket, Doppelte Parkgebühr für Dauerparker?
Zusötzliche Bemerkungen zum ÖPNV, zum MIV, zum NMV, Restliche Bemerkungen
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