Konzepte und Planung für den Umweltverbund

VCD NRW Tourismustag '97

Tagungsband

Im Jahr 1997 veranstaltete der VCD Nordrhein-Westfalen seinen ersten Tourismustag. Er fand in Burg an der Wupper statt. Es liegt nun die Dokumentation der Vorträge vor.

Prof. Karl Otto Schallaböck zeigte mit seinem Beitrag die Verträglichkeit des touristischen Verkehrs auf. Er stellt besonders die negativen Umweltauswirkungen des touristischen Verkehrs dar, wobei er besonders den Transport zwischen Herkunftsort und touristischem Ziel betrachtet. Schallaböck thematisiert die statistischen Fehlberechnungen, durch die das Flugverkehrsaufkommen und der Treibstoffverbrauch durch den Tourismus zu klein dargestellt werden. Der Versuch, die klimatischen Belastungen aus dem Flugverkehr zu quantifizieren führt Schallaböck zu dem Resultat, daß die Reduktion der Emissionen gerade in diesem Verkehrsbereich notwendig sind und die Preise endlich die ökologische Wahrheit sagen sollen.Im nächsten Beitrag stellt Friedhelm Ernst das Thema "Umwelt und Tourismus" aus der Sicht der Fremdenverkehrsverbände dar. Die Verbände haben erkannt, daß die Erhaltung der Landschaft die Grundlage für den Erfolg des Tourismus darstellt. Zur Verwirklichung der Umweltziele der Fremden- verkehrsverbände fordert Ernst einen besseren öffentlichen Verkehr gerade am Wochenende und in anderen "verkehrsarmen" Zeiten, eine stärkere Beachtung des Fahrrad- verkehrs sowie bessere Informationen über das touristische Angebot im Inland.

Matthias Seiche (Mitarbeiter von MdB Frau Hailo Seib, B90/DIE GRÜNEN)
An diesem Aspekt setzt der folgende Beitrag von Matthias Seiche an, der sich mit dem Thema "Verbesserung der Mobilitätsberatung durch die Tourismusverbände" beschäftigt. Herr Seiche geht davon aus, das bereits heute durch bessere Informationen der Reisenden mehr Menschen ihre Freizeit-Mobilitätsbedürfnisse mit dem Umweltverbund realisieren würden. Er erläutert 10 Punkte, an denen die Information wesentlich verbessert werden kann.

Rolf Spittler (Sprecher des BUND-NRW Arbeitskreises 'Freizeit, Sport, Tourismus')
Rolf Spittler kommt in seinem Vortrag zur "Zukunft eines umweltverträglichen Touris- mus in NRW" zu dem Schluß, daß beim derzeitigen Umfang des Reiseverkehrs Tour- ismus nicht umweltverträglich gestaltet werden kann. Er fordert als Bedingung für sanften Tourismus den Wandel der gesamten Tourismusbranche. Von der rot-grünen Regierung in Düsseldorf fordert Herr Spittler, daß sie mehr unternehmen muß, um den umweltgerechten Tourismusin NRW zu fördern. Beispiele aus anderen Bundesländern veranschaulichen seine Forderungen. Thomas Froitzheim vom ADFC untersucht den Fahrradtourismus als Wirtschaftsfaktor. Er stellt dar, daß der Fahrradtourismus heute in vielen Bereichen sehr stark ist und auch gefördert wird. Er macht aber noch Vorschläge zur weiteren Förderung des Fahrrad tourismus.

Karin Fetzer und Ingo Thäte
Karin Fetzer und Ingo Thäte stellen ihre Untersuchung "Nachhaltiges Verkehrskonzept als Chance zur Realisierung eines Qualitätstourismus mit Zukunft" vor. Sie haben die Zielsetzungen eines nachhaltigen Verkehrskonzeptes definiert. Am Beispiel von 4 Nordseeinseln und drei Küstenorten haben sie untersucht, welche zukunftsfähigen Verkehrskonzepte dort bestehen und wie diese sich auf die Verkehrsmittelwahl der Urlauber auswirkt. Die Untersuchung kommt zu dem Schluß, daß die Autofreiheit der Urlaubsorte einen nicht zu unterschätzenden Erfolgsfaktor darstellt und Fremdenver- kehrsregionen auf sanfte Mobilität setzen sollten.

Frank Schopphoff (Pro Bahn)
Den umweltverträglichen Tourismus in der Region untersucht Frank Schopphoff von Pro Bahn. "Umweltverträglicher Tourismus im Bergischen Land" heißt sein Beitrag, und er stellt darin dar, wie die Umweltverbundkarte Rhein-Berg über Mobilität ohne Auto im Bergischen Land informiert. Außerdem fordert Herr Schopphoff die Reakti- vierung stillgelegter Bahnstrecken in der Fläche zur Belebung des Tourismus.

Dirk Wendland (Verbraucher-Zentrale NRW)
Dirk Wendland beschäftigt sich mit dem Thema "Naherholung aus Verbrauchersicht". Freizeit- und Tourismusverhalten muß demnach immer auch als Teil von Lebensstilen betrachtet werden, und es ist von daher sehr schwer zu beeinflussen. Im Rahmen der Entwicklung von Leitbildern zukunftsfähigen Konsums versuchen die Verbraucher- zentralen auf verschiedenen Wegen, das Verbraucherverhalten zu beeinflussen. Herr Wendland formuliert besonders Forderungen an den Umweltverbund.

Harald Scharwächter (Inhaber von K. O. R. B. Reisen)
Harald Scharwächter stellt abschließend den sanften Tourismus aus der Sicht eines Reisebüros dar.

Zu bestellen beim VCD-NRW, Düsseldorf