Konzepte und Planung für den Umweltverbund

Delegation des
Verkehrsministerium der VR China zu Besuch

Aufgrund internationaler Kontakte besuchte eine hochrangige Delegation des Verkehrsministeriums der VR China unter Leitung von Herrn Yang

Hongwen, Stellvertretender Leiter der Abteilung für Umweltschutz dieses Ministeriums, das "Büros für integrierte Verkehrsplanung und Stadtentwicklung" in Kreuztal. Achim Walder hatte für die Gäste ein informatives und wegen der zeitlichen Enge dicht gedrängtes Programm zusammengestellt. Neben Themen zur Verkehrsvermeidung, innovativen Verkehrsplanungen, Verkehrsinformationssystemen und Verkehrslärmvermeidung waren mit dem Kooperationsbüro Brendebach-Ingenieure Themenschwerpunkte ausgewählt. Dabei deckte das Büro Brendebach die Bereiche Hoch- und Tiefbau, Geoinformationssysteme, Projektsteuerung, Landespflege, Bauwerkssanierung, Wasserwirtschaft, Talsperrenbau und Umweltschutz ab.

Die Besucher

Achim Walder erläuterte aus den umfangreichen Arbeitsgebieten seines "Büros für integrierte Verkehrsplanung und Stadtentwicklung". Von Anfang an standen Verkehr und Stadtplanung für die betroffenen Menschen im Mittelpunkt seiner Arbeit. Er stellte differenzierte Bedienungsformen im ÖPNV, Stadtbus, Anrufsammeltaxi, BürgerBus-Systeme, Radstationen, Informationssysteme und Tourismuskonzepte vor. Ein weiterer Schwerpunkt waren Lärmschutzmaßnahmen.
Markus Brendebach von "Brendebach-Ingenieure" referierte über Entwässerungsplanungen, insbesondere Versickerung von Regenwasser, Erschließungsplanungen, landespflegerische Planungen und Umweltverträglichkeitsprüfungen.

Die chinesischen Gäste, die im eigenen Land mit den Problemen steigender Verkehrszahlen und wachsender Mobilität konfrontiert sind, folgten interessiert den beiden Vorträgen. In der anschließenden Diskussion zeigten sich deutlich die Unterschiede zwischen China und Europa, bei den Einstellungen zu den Problemen und Lösungen wie den Mitspracherechten von Bürgern und den staatlichen Planungsgewohnheiten. Während in China die Zahl der PKWs und LKWs stark ansteigt und der Fahrradanteil sinkt, ist in Europa ein Umdenken zu verspüren, das hin zum Umweltverbund tendiert. Neue Konzepte wie das NRW-Pilotprojekt "Radstationen an Bahnhöfen" oder BürgerBus-Systeme fanden großes Interesse. Ebenfalls erstaunt waren die Gäste über die weitreichenden Schritte zur Neustrukturierung von Bahn- und Busverkehr in Europa.

Nachdem die zahlreichen Fragen beantwortet waren und sich die Gäste bei Kaffee und Kuchen gestärkt hatten, wurde das Programm an der Baustelle der ICE-Hochgeschwindigkeitsstrecke Frankfurt-Köln in Montabaur fortgesetzt. Ein leitender Ingenieur der Deutschen Bahn AG erläuterte das Konzept, die Bauarbeiten und die Maßnahmen im Umweltschutz. Viele Bürger entlang der Strecke haben Bedenken im Bezug auf die zukünftige Lärmentwicklung, wenn die Züge mit mehr als 300 Stundenkilometer in der Nähe ihrer verschlafenen Orte im Westerwald vorbeizischen. Diesen Bedenken musste die Bahn mit teuren Baumaßnahmen entgegenkommen. Tunnel wurden verlängert, Lärmschutzwände aufgestellt und Testmessungen durchgeführt. Die Gäste waren erstaunt über die vielfältigen und umfangreichen Maßnahmen, die zum Schutz der Bürger ergriffen wurden.


ICE-Bahnhof Montabaur


ICE-Bahnhof Montabaur

In den Folgetagen besuchte die Delegation unterschiedliche Forschungsanlagen und Institute in ganz Deutschland.